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Prof. Dr. Emil Kautzsch

Textbibel

Psalm 104.

Lob Gottes aus den Werken der Schöpfung.

1 Preise, meine Seele, Jahwe!
Jahwe, mein Gott, du bist überaus groß;
mit Majestät und Hoheit bist du angethan,
2 der sich in Licht hüllt wie in einen Mantel,
den Himmel ausspannt wie ein Zelttuch,
3 der seinen Söller im Wasser bälkt,
dichte Wolken zu seinem Fahrzeuge macht,
auf den Fittigen des Windes wandelt,
4 der Winde zu seinen Boten macht,
zu seinen Dienern loderndes Feuer.
5 Er hat die Erde auf ihre Pfeiler gegründet,
daß sie in alle Ewigkeit nicht wanken kann.
6 Mit der Flut wie mit einem Gewande bedecktest du sie;
auf den Bergen standen Gewässer.
7 Vor deinem Schelten flohen sie,
vor deinem Donnerschall zogen sie sich angstvoll zurück -
8 Berge stiegen empor, es senkten sich Thäler -
an die Stätte, die du ihnen gegründet.
9 Du hast eine Grenze gesetzt, die dürfen sie nicht überschreiten,
dürfen die Erde nicht wieder bedecken.
10 Der in den Thälern Quellen entsendet;
zwischen den Bergen fließen sie dahin.
11 Sie tränken alle Tiere des Gefildes;
die Wildesel löschen ihren Durst.
12 An ihnen wohnen die Vögel des Himmels,
lassen aus den Zweigen heraus ihre Stimme erschallen.
13 Der von seinem Söller her die Berge tränkt -
von der Frucht deiner Werke sättigt sich die Erde.
14 Der Gras sprossen läßt für das Vieh
und Pflanzen zum Nutzen der Menschen,
indem er Brotkorn aus der Erde hervorgehen läßt
15 und Wein, der des Menschen Herz erfreut,
und indem er ihr Angesicht von Öl erglänzen läßt
und Brot giebt, das das Herz des Menschen stärkt.
16 Es sättigen sich die Bäume Jahwes,
die Cedern des Libanon, die er gepflanzt hat,
17 woselbst die Vögel nisten;
auf den Cypressen hat der Storch sein Haus.
18 Die hohen Berge sind der Steinböcke,
die Felsen der Klippdachse Zuflucht.
19 Er hat den Mond zur Bestimmung von Zeiträumen geschaffen;
die Sonne kennt ihren Untergang.
20 Wirkst du Finsternis, so wird es Nacht;
in ihr regen sich alle Tiere des Waldes.
21 Die jungen Löwen brüllen nach Fraß,
indem sie von Gott ihre Nahrung verlangen.
22 Wenn die Sonne aufgeht, ziehen sie sich zurück
und lagern sich in ihrer Behausung.
23 Der Mensch geht aus an sein Werk
und an seine Arbeit bis zum Abend.

24 Wie sind deiner Werke so viel, Jahwe!
Du hast sie alle in Weisheit geschaffen;
die Erde ist voll von deinen Geschöpfen.
25 Da ist das Meer, groß und weit nach beiden Seiten,
darin ein Gewimmel ohne Zahl, kleine und große Tiere.
26 Daselbst gehen Schiffe,
der Leviathan, den du geschaffen hast, darin zu spielen.
27 Sie alle warten auf dich,
daß du ihnen zu seiner Zeit ihre Speise gebest.
28 Du giebst ihnen, sie lesen auf;
du thust deine Hand auf, sie sättigen sich mit Gutem.
29 Du verbirgst dein Antlitz, sie werden bestürzt;
du ziehst ihren Odem ein, sie verhauchen
und werden wieder zu Erde.
30 Du entsendest deinen Odem, sie werden geschaffen,
und du erneust das Angesicht der Erde.

31 Die Herrlichkeit Jahwes währt ewig,
Jahwe freut sich seiner Werke!
32 der die Erde anblickt, daß sie erzittert,
die Berge anrührt, daß sie rauchen.
33 Ich will Jahwe singen mein Leben lang,
meinem Gotte lobsingen, so lange ich bin.
34 Möge ihm mein Dichten wohlgefallen;
ich freue mich Jahwes!
35 Möchten die Sünder von der Erde verschwinden,
und die Gottlosen nicht mehr sein.
Preise, meine Seele, Jahwe!   Rühmet Jah!